Vorträge
Grönland ist in aller Munde, aber nur wenige kennen das Land aus eigener Anschauung. Auch US-Präsident Trump war noch nie dort, schickt aber
regelmäßig seine Vertreter, um US-Ansprüche auf die größte Insel der Erde zu untermauern.
Grönland ist ist ein besonderes Land. Vor allem ist es kaum grün (wie der Name suggeriert), sondern immer noch fast ausschließlich weiß, nahezu völlig mit Eis bedeckt und entsprechend so dünn besiedelt wie kein anderes Land der Welt. Auf mehr als 2 Mill. km² leben weniger Menschen als in Castrop-Rauxel, und die auch nur in den Küstenregionen in West- und Südgrönland. Diese Inuit streben – das zeigen alle jüngsten Abstimmungen – nach mehr Unabhängigkeit und möchten mehrheitlich keine US-Bürger werden, aber auch keine Dänen sein, die bislang – bei aller Autonomie Grönlands – noch die Oberhoheit besitzen. In die EU beispielsweise hat Grönland nie gewollt.
Der Referent machte sich von Island aus auf den Weg nach Ostgrönland und stellt die Region um die Stadt Tasiilaq vor und die auf Grönland lebenden Menschen mit ihrer ganz eigenen Kultur, Sprache, Tradition und Geschichte.
Die ausländischen Besucher fasziniert zudem die unberührt erscheinende Natur, die man meist zu Fuß oder per Boot erkundet – möglichst in Begleitung Einheimischer. Clemens Schmale zeigt Bilder aus dem Spätsommer, wenn viele Eisberge unterwegs sind und weniger Kreuzfahrer. Er traf auch mehrfach den bekannten Südtiroler Grönland-Forscher und Autor Robert Peroni.
Der Referent besuchte alle Länder Nordeuropas und referiert zuweilen über die Färöer-Inseln, die einen ähnlichen Autonomiestatus haben wie der große Nachbar Grönland.
Anmeldung möglich (13 Plätze sind frei)
Auf unserer Bilderreise von der Normandie bis zur Côte d'Azur durchqueren wir Frankreich von Nordwesten nach Südosten und werden wieder
außergewöhnliche Regionen entdecken. Normandie, Val de Loire, Auvergne, Ardèche, die Haute-Provence und die Côte d'Azur bieten neben malerischen Landschaften zahlreiche berühmte aber auch viele weniger bekannte Sehenswürdigkeiten und ein großartiges kulturelles Erbe.
Der Vortrag ist auf Deutsch.
Anmeldung möglich (86 Plätze sind frei)
Emil Nolde (1867 - 1956) ist eine schillernde Figur des deutschen Expressionismus. Er empfand sich als die führende Gestalt dieser später von den Nationalsozialisten als "entartet" betrachteten Kunstrichtung. Sein Versuch, aus dem Expressionismus einen ganz den politischen Doktrinen des NS-Regimes entsprechenden Stil zu formen, scheiterte gänzlich und führte für ihn persönlich zum Malverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg wich die öffentliche Diskussion nur zu gern der Frage nach seiner politischen Einstellung gegenüber Antisemitismus und Rassismus aus und beurteilte sein Gesamtwerk nahezu ausschließlich unter formalen Aspekten.
Anmeldung möglich (91 Plätze sind frei)
Viele Arbeiter und Künstler, welche die faszinierenden Gräber im Tal der Könige und im Tal der Königinnen von Luxor in Ägypten geschaffen
haben, lebten mit ihren Familien in einem eigens für sie erbauten Dorf von Theben-West. Das Dorf war von etwa 1550 bis 1069 vor Christus bewohnt. Hier fand der erste dokumentierte Streik in der Geschichte der Menschheit statt.
Unzählige Tonscherben, private Briefe, Skizzen, Abrechnungen und Gerichtsprotokolle, die in einem Schacht gefunden wurden, geben wertvolle Hinweise über das Leben in einem Dorf im alten Ägypten.
Die Familiengräber oberhalb des Dorfes gehören zu den beeindruckendsten religiösen Kunstwerken Ägyptens. Zahlreiche Gräber in Deir el-Medina wurden intakt entdeckt und geben nicht nur Auskunft über das Alltagsleben der Arbeiter, sondern auch über Mythologie und Religion im alten Ägypten. Wie verlief der Alltag im Dorf der Künstler? Was wissen wir über den Vorarbeiter und Kriminellen Paneb aus dem 13. Jahrhundert vor Christus? Was hat es mit dem Grabräuber-Papyrus auf sich?
Eine archäologische Zeitreise, die Sie erstaunen lassen wird!
Anmeldung möglich (89 Plätze sind frei)
Ein Vortrag mit live präsentierten Musikbeispielen über ein düsteres Kapitel der (Musik-)Geschichte. In diesem Vortrag geht es um
Komponist:innen, Texter:innen und Musiker:innen, vor allem am Beispiel der Operette, die auf unterschiedliche Weise in der Zeit des NS-Regimes ihre Karriere beenden mussten oder sie im Gegenteil dort begonnen haben. Der Vortrag beschreibt, wie eine Diktatur die Musikgeschichte umschreibt, zahlreiche Künstler:innen aus der Geschichtsschreibung und der Musikpraxis eliminiert und aus der einst satirischen, parodistischen und Kritik-übenden Operette ein heiteres Heimatidyll formt, welches auch nach Ende des Krieges bis heute oft mit dem Begriff „Operette“ assoziiert wird.
Die Opernsängerin Alishia Funken hatte sich schon zu Studienzeiten mit dieser Thematik intensiv auseinandergesetzt und gibt Ihnen an diesem Abend einen gesprochenen und gesungenen Einblick in die Operette im Schatten des Hakenkreuzes.
Anmeldung möglich (92 Plätze sind frei)
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Catherine Serrand
Tel. 0281 203 2343
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