Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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freie Plätze 14010 Wer bin ich? Das Schiff des Theseus

(Wesel, am Do., 4.11., 19.00 Uhr , Dr. Jens Korfkamp)

Wir verändern uns permanent, sowohl äußerlich als auch innerlich. Dennoch sind wir dieselben Personen wie früher geblieben, auch wenn sich so ziemlich alles an uns verändert hat. Unsere Identität bleibt. Wie kann das sein? Wie kann ich ich bleiben, wenn ich mich doch ständig verändere? Gibt es etwas an mir, das gleich bleibt, wenn ich älter werde? Und muss etwas gleich bleiben, damit ich über die Jahre dieselbe Person bleiben kann? Mit der Frage nach der Identität einer Sache über die Zeit hinweg beschäftigt sich eines der bekanntesten Gedankenexperimente der Philosophie: Das Schiff des Theseus. Das Gedankenexperiment, das eine unterhaltsame Anregung zum Selberdenken bietet, wird an diesem Abend vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Der Referent, Dr. Jens Korfkamp, Leiter der VHS Alpen-Rheinberg-Sonsbeck-Xanten, ist diplomierter Sozialwissenschaftler und hat im Bereich der politischen Philosophie promoviert.

freie Plätze 14011 Philosophisch ins Wochenende - Philosophische Anthropologie

(Wesel, ab Fr., 27.8., 15.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

Durfte Johann Gottfried Herder in seinen 'Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit' (1784-1789) noch annehmen, dass der Mensch 'zu feinern Sinnen, zur Kunst und Sprache organisieret' sei und damit die Anlagen zur Ausbildung der Vernunft und zur Perfektionierung seines Wesens in sich trage, so wurde dieser Humanismus schon bald durch die Französische Revolution und die darauffolgende Tyrannei eines Besseren belehrt. Die Menschheit wählte lieber den kurzen Weg von der 'Humanität über die Nationalität zur Bestialität' (Franz Grillparzer) als zur Vollendung der Aufklärung. Die beiden letzten Jahrhunderte, das neunzehnte und zwanzigste, haben zur Genüge bewiesen, dass der Mensch noch ganz andere Anlagen als die zur Humanität in sich trägt: Die industrielle Ausbeutung der Natur einschließlich des Menschen, ein sich in Eroberungskriegen und Genoziden ergießender Machthunger und eine immer radikalere Bedürfnisbefriedigung in einer globalen Konsumwirtschaft haben die humanistischen Ideale der Aufklärung gründlich zerstört.

Während wir mehr über unsere biologischen Erbanlagen, über die Größe des Universums und die Zufälligkeit unseres Daseins sowie über unkontrollierbare tiefenpsychologische Strukturen unserer Handlungsmotive lernten, erlangten wir gleichzeitig die Fähigkeit, unsere eigene Spezies auszulöschen. Mit einem Wort: Der Mensch hat sich als 'prekär' erwiesen.

Wer sich diese Problemlage vor Augen führt, muss nicht weiter von der Dringlichkeit einer philosophischen Anthropologie überzeugt werden.
Anhand von Textfragmenten ihrer wichtigsten Vertreter: Max Scheler, Ernst Cassirer, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen und Michael Landmann suchen wir nach Antworten: "Wer oder was ist der Mensch und wie ist seine Stellung zur Natur und zu seinen Mitmenschen zu bestimmen?"
Selbst wenn wir bei diesem Versuch statt belastbarer Antworten nur immer neue Fragen entdecken, werden wir doch Fortschritte im Verständnis des Problems erzielen, das wir selbst sind.

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Fachwissenschaftler*innen. Alle, die Lust haben, die Arbeitswoche mit einem anregenden Gespräch zu beenden, sind in diesem Seminar herzlich eingeladen mitzudenken und mitzudiskutieren.

freie Plätze 14012 1. Philosophische Matinee

(Wesel, am So., 19.9., 11.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

In diesem Vortrag ist zu zeigen, dass ein politisches Verständnis von Heimat, aus dem Aufenthalts- und Bleiberechte abzuleiten wären, aus rechtsphilosophischer Sicht zu kritisieren ist. Denn es ist nicht klar, wer genau Träger solcher Rechte wäre.
Ob wir nun die israelische Siedlungspolitik im palästinensischen Autonomiegebiet, die Erinnerungskultur deutscher Ost-Vertriebener oder umgesiedelte Dorfgemeinschaften aus den Revieren des Braunkohle-Tagebaus betrachten, sobald 'Heimat' juristisch oder politisch definiert wird, erfährt der Begriff eine bisweilen sehr gefährliche ideologische Aufladung. Ein einklagbares 'Recht auf Heimat' gibt es nicht. Andererseits bedeutet der Verlust der Heimat für die meisten Menschen einen kaum kompensierbaren Verlust.

Die für viele vielleicht bittere Wahrheit ist: Dieser Verlust ist hinzunehmen, wenn er eintritt, weil eine Verteidigung der Heimat nur um den Preis ihrer ideologisch-politischen Aufladung möglich ist.

freie Plätze 14013 2. Philosophische Matinee

(Wesel, am So., 7.11., 11.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

Im zweiten Vortrag wird am Beispiel des Reichserntedankfestes der dreißiger Jahre gezeigt, welche Konsequenzen eine ideologische Instrumentalisierung der Heimat hat. Die groß angelegten Huldigungen eines Bauernstandes durch die Nazis dienten der Kompensation der neuzeitlich-industriellen Entfremdung des Menschen von seiner Gemeinschaft, von der Produktion seiner Nahrung und der Natur im allgemeinen.
Durch die Konstruktion eines authentischen Lebens wurde das propagierte Leben in einer 'Volksgemeinschaft' jedoch nur noch künstlicher, die Entfremdung nur größer.
Aber zeigt die von den Nazis beschworene Heimat nicht nur das Schicksal auf, das jeden Versuch, eine 'Heimat' wiederzufinden, ereilt? Es stellt sich die Frage, ob nicht die Frage oder Suche nach Heimat selbst ein Aspekt ihres Verschwindens ist.

freie Plätze 14014 3. Philosophische Matinee

(Wesel, am So., 28.11., 11.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

Gibt es eine ursprüngliche Heimat, zu der wir einen unverfälschten Zugang haben? An die Stelle der kritisierten Heimatbegriffe aus den ersten beiden Vorträgen wird hier die Erinnerung an die Landschaft der Kindheit gesetzt. Diese spielt eine grundlegende Rolle für die Orientierung des Menschen in der Welt. Ein kritisch aufgeklärter Begriff von Heimat ist entsprechend in der Pädagogik zu verorten. In diesem Zusammenhang ist nach der Bedeutung von lokaler Stabilität für die Entwicklung des Menschen zu fragen. Welche Rolle spielen räumliche Veränderungen bei der Entwicklung von sozialen und kognitiven Kompetenzen? Wie hängen Eigenschaften wie 'Treue', 'Solidarität' oder 'Aufrichtigkeit' damit zusammen, ob ein Mensch an einem Ort aufwachsen durfte?

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