Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Literaturfrühstück am Sonntagmorgen

Die literarische Matinee am Sonntagmorgen gehört seit vielen Semestern zum festen Bestandteil des VHS Programms.

Auch in diesem Semester laden wir Sie wieder ein, während eines gemütlichen Frühstücks in einem ansprechenden Ambiente, Leben und Werk berühmter Frauen und Männer, die die Literatur geprägt haben, zu entdecken, sich aus ihren Büchern vorlesen zu lassen und sich dabei auch dem Menschen hinter den literarischen Werken zu nähern.

Die literarische Matinee findet statt im Café Vesalia, Wesel, Dinslakener Landstr 5.

Kursgebühr inkl. Frühstücksbuffet
Rücktrittsschluss ist jeweils neun Tage vor der Veranstaltung.

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freie Plätze 13500 Krimi-Lesung Hesse Wirth

(Wesel, am So., 29.8., 10.00 Uhr , )

Alarm am Niederrhein: Zwei Ehepaare und eine umtriebige Großmutter werden um ihre schwarz angesparte Rente erleichtert. Sie sinnen auf Rache und lochen den Betrüger in Eigenregie ein. Die Amateur-Entführer geraten von einer Katastrophe in die nächste, bis Omas zickige Enkelin auf den entscheidenden verbrecherischen Trick kommt. Doch eine Gruppe holländischer Geldautomatensprenger und eine Leiche funken dazwischen - und rufen das K1 um Kultkommissarin Karin Krafft auf den Plan. Bis zum Knalleffekt der staunenswerten Auflösung.

Kaum ein deutscher Landstrich weist mehr fesselnde Geschichten um kriminelle Aktivitäten auf als der Niederrhein! Mitverantwortlich dafür ist das Autorenduo Hesse/Wirth. Seit mehr als zehn Jahren erscheinen ihre Kultkrimis um das Kommissariat K1. Mit 'Der Stier' liegt der neue, der 13. (!) Band der 'tierisch' unterhaltsamen Reihe vor. Wieder dürfen die Leser*innen sich auf spannende, humorvolle Ermittlungen freuen. Sprachwitz, Spaß und liebevolle bis bissige Anspielungen auf die Eigenarten der Niederrheiner*innen und ihrer niederländischen Nachbarn bedeuten aber nicht, dass der Krimi sich nicht auch einfühlsam und präzise mit seinem Thema auseinandersetzt.

Der Text zeigt frech und flott, wie aus braven Bürgern Täter werden, und stellt dazu die Frage nach der Möglichkeit eines 'gerechten' Verbrechens. Dabei lebt der Krimi von starken Charakteren, ihren genau erzählten Lebenswegen und Motiven. Und auch das Team selbst bekommt Zuwachs: Der neue Staatsanwalt sorgt für Unterhaltung und frischen Wind. Charmante bis kantige Figuren, ein Plot, der Spannung, Witz und Charme bis zur letzten Seite bietet, abgerundet durch atmosphärische Beschreibungen der Region.

Thomas Hesse lebt in Wesel, ist gelernter Germanist, Kommunikationswissenschaftler und Journalist. Renate Wirth, Lebensmittelpunkt auf der anderen Rheinseite in Xanten, ist Gestalttherapeutin, Künstlerin und Autorin.

freie Plätze 13501 François Villon

(Wesel, am So., 26.9., 10.00 Uhr , Wolfgang Schwarzer)

François Villon (1431 - 14..?) gebührt in der französischen Literaturgeschichte eine ganz herausragende Stellung, war er doch eine geniale Ausnahmeerscheinung in einem weit zurückliegenden Jahrhundert ...

Ein verwüstetes Land unter Besatzung, eine Gesellschaft in Auflösung - es ist der 100-jährige Krieg. Mitten darin Francois Villon, skrupelloser Gauner und genialer Poet. Ein Leben zwischen Palast und Absteige, Alma Mater und Galgen. Hier entsteht eines der schmalsten Werke in der Geschichte der Weltliteratur, welches indes die Jahrhunderte überdauerte und nichts von seiner Faszination einbüßte.

Der Referent, Wolfgang Schwarzer, Romanist, war bis 2012 Fachbereichsleiter für romanische Sprachen an der VHS Duisburg.

freie Plätze 13502 Emanuel Querido - Begründer eines deutschen Exilverlags in Amsterdam

(Wesel, am So., 31.10., 10.00 Uhr , Rudolf Haffner)

Als Hitler und seine Schergen im Januar 1933 in Deutschland an die Macht kamen, traf diese Katastrophe die deutschen Dichter und Intellektuellen, die deutschen Verlage und Zeitungen gänzlich unvorbereitet. Viele von ihnen wollten zunächst einmal die politische Entwicklung abwarten in der Hoffnung, dass der Nazi-Spuk bald wieder vorbei sein werde.

In dieser Situation beschloss der niederländische Verleger, sephardische Jude und Sozialist Emanuel Querido, in Amsterdam einen eigenen Verlag für die deutschen Dichter und Intellektuellen zu gründen. Er tat das für die, welche schon ins Exil gegangen waren, aber auch für diejenigen, die in naher Zukunft ins Exil gehen würden. Als Verlagsleiter und Mitinhaber gewann er Dr. Fritz H. Landshoff, den Geschäftsführenden Mitinhaber des Gustav Kiepenheuer Verlags. Auch Landshoff war jüdischer Herkunft. So entstand im März 1933 nicht etwa in Zürich, Wien oder Prag, sondern in Amsterdam der mit Abstand wichtigste deutsche Exilverlag.

In seinem Vortrag über den Querido Verlag wird der Germanist Rudolf Haffner Emanuel Querido und Fritz Landshoff vorstellen, ihre kaum zu überschätzende Bedeutung für die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts würdigen und die Tragik ihres Lebens schildern. Fast alle wichtigen Exildichter aus Deutschland haben während der Zeit der Nazi-Diktatur im Querido Verlag ein neues Zuhause für ihre Bücher gefunden. Vier von ihnen wird R. Haffner genauer vorstellen: Klaus Mann und Heinrich Mann, Alfred Döblin und Gustav Regler. Während die drei Erstgenannten inzwischen unbestritten zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts zählen, ist der saarländische Autor Gustav Regler heute fast völlig vergessen. Volker Weidermann hat in seinem 'Buch über die verbrannten Bücher' geurteilt, dass Gustav Reglers Leben interessanter als seine Bücher gewesen sei. Deshalb ist Reglers Autobiographie 'Das Ohr des Malchus', erschienen 1958, dasjenige Buch, welches auch heute noch spannend und gewinnbringend zu lesen ist.

Rudolf Haffner hat sich nicht nur über Jahrzehnte hinweg intensiv mit der deutschen Exilliteratur und dort besonders mit dem Querido Verlag befasst, er hat in dieser Zeit auch Bücher aus dem Querido Verlag gesammelt und wird die schönsten anlässlich des Literaturfrühstücks zur Ansicht mitbringen.

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