Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Die Volkshochschule Wesel-Hamminkeln-Schermbeck bietet in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein (DOR) und dem Musiktheater im Revier (MIR) in Gelsenkirchen attraktive Gruppenbesuche von Oper-, Ballett- und Musicalaufführungen an.

An der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg (DOR) gibt es für alle Aufführungen einen einheitlichen Preis, in dem die Kosten für die Anreise im Reisebus, die Eintrittskarte für einen guten Platz im Parkett oder Rang sowie ein Programmheft enthalten sind. Vor der Vorstellung gibt es in diesem Semester in beiden Häusern eine komprimierte Einführung in Inhalt und Werkgeschichte des jeweiligen Stückes durch eine(n) Mitarbeiter/-in der Dramaturgie.

Zum Musiktheater im Revier nach Gelsenkirchen (MiR) erfolgt die Anreise ebenfalls im Reisebus, der Preis variiert allerdings je nach Aufführung.

In diesem Semester haben wir folgende Vorstellungen für Sie ausgewählt:

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freie Plätze 90503 Peter Grimes - Oper von Benjamin Britten

(Wesel, am So., 6.5., 16.45 Uhr , Claudia Böckmann)

Die Oper beginnt mit einer energischen Anrufung: Dreimal wird Peter Grimes aufgefordert, sich vor der versammelten Gemeinde des kleinen englischen Küstenortes Borough gegen die Anschuldigung, seinen Lehrjungen fahrlässig getötet zu haben, zu verteidigen. Der raubeinige Fischer Grimes ist nicht beliebt bei den biederen Kleinstädtern, doch die Beweise reichen nicht aus, ihn zu verurteilen. Stattdessen wächst unverhohlenes Misstrauen, dem nur die Lehrerin Ellen und der alte Kapitän Balstrode entgegentreten. Sie glauben an seine Unschuld und wollen ihm helfen. Doch das Gerücht wächst sich aus zu einem Verdacht und dieser schlägt um in unverhohlenen Hass. Peter Grimes wird zur Gefahr wie die Sturmflut, die sich vor der Küste zusammenbraut. Er wird zur Zielscheibe einer Gesellschaft, welcher er sich nicht entziehen kann.

Benjamin Brittens erste Oper "Peter Grimes" war ein Sensationserfolg, mit dem die englische Musik 1945 schlagartig wieder zu der Geltung gelangte, die ihr nach dem Tod Henry Purcells für zweieinhalb Jahrhunderte abhanden gekommen war.

freie Plätze 90504 Die Walküre - Oper von Richard Wagner

(Wesel, am So., 17.6., 15.15 Uhr , Claudia Böckmann)

In seiner 'Walküre' zeigt Wagner das Aufeinandertreffen zweier Lebenskonzepte: das gescheiterte Machtmodell Wotans auf der einen und die Liebesutopie, verkörpert im Wälsungenpaar Siegmund und Sieglinde, auf der anderen Seite. Der beliebteste Teil der 'Ring'-Tetralogie ist in Dietrich W. Hilsdorfs Interpretation jetzt auch in Duisburg zu erleben.
Neben dem Hohelied der Liebe des 'Tristan' bietet 'Die Walküre' die höchste Gefühlsinnigkeit, die Wagner in Töne zu fassen vermochte. Sie bildet die eigentliche Musiktragödie im Zyklus. Alles ist hier auf leidenschaftliche Erkenntnis der Willens- und Machtlosigkeit gestimmt: ein "Superlativ von Leid, Schmerz und Verzweiflung", wie Wagner es selbst ausdrückte.

Nach der gescheiterten Revolution von 1848 befand sich Richard Wagner (1813 - 1883) im Züricher Exil in einer Lebenskrise. Wie bereits im 'Rheingold' führt er die bestehende Gesellschaft als Produkt der Empathielosigkeit egoistischer Machtausübung vor und feiert die reine Liebe frei von allen Vorschriften als Maßstab einer neuen Ordnung. "Nur durch die höchste Liebeskraft gelangen wir aber zur höchsten Freiheit", heißt es 1850 in seinem Aufsatz 'Kunst und Klima'.

Anmeldung möglich 90505 Nabucco - Oper von Giuseppe Verdi

(Wesel, am Sa., 30.6., 17.45 Uhr , Claudia Böckmann)

"Dies ist die Oper, mit der in Wahrheit meine künstlerische Laufbahn beginnt!", ahnte Giuseppe Verdi bereits kurz nach der Uraufführung seines 'Nabucco', der ihn im März 1842 über Nacht zum Superstar machte. Wer weiß, welchen Weg das Schicksal des Komponisten genommen hätte, hätte ihm nicht der Mailänder Impresario Bartolomeo Melli eines Tages das Textbuch eines jungen italienischen Dichters in die Hand gedrückt, dessen Brisanz und Dramatik Verdis Theaterinstinkt nicht widerstehen konnte? 28 Jahre war er da alt und durch den traumatischen Verlust seiner beiden Kinder und seiner Frau privat und beruflich in eine Sackgasse geraten. Trotz seiner Trauer erkannte Verdi in der alttestamentarischen Geschichte um den babylonischen Tyrannen Nebukadnezar II. (ital. Nabucco) sofort die politische Sprengkraft für eine Gesellschaft, in der sich die italienische Einheitsbewegung immer offener gegen die Fremdherrschaft Frankreichs und Österreichs aufzulehnen begann.
Denn auch in 'Nabucco' leidet ein Volk unter der Unterdrückung.
Wie in allen seinen Opern verschränkt Giuseppe Verdi auch in 'Nabucco' meisterhaft private Tragödie und monumentales Historiendrama in einer klanggewaltigen Partitur. Ein Hauptdarsteller ist der Chor, dessen inbrünstiger Flehgesang "Va, pensiero, sull'ali dorate" bis heute die inoffizielle Hymne des geeinten Italiens darstellt.

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