Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Die Volkshochschule Wesel-Hamminkeln-Schermbeck bietet in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein (DOR) und dem Musiktheater im Revier (MIR) in Gelsenkirchen attraktive Gruppenbesuche von Oper-, Ballett- und Musicalaufführungen an.

An der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg (DOR) gibt es für alle Aufführungen einen einheitlichen Preis, in dem die Kosten für die Anreise im Reisebus, die Eintrittskarte für einen guten Platz im Parkett oder Rang sowie ein Programmheft enthalten sind. Vor der Vorstellung gibt es in diesem Semester in beiden Häusern eine komprimierte Einführung in Inhalt und Werkgeschichte des jeweiligen Stückes durch eine(n) Mitarbeiter/-in der Dramaturgie.

Zum Musiktheater im Revier nach Gelsenkirchen (MiR) erfolgt die Anreise ebenfalls im Reisebus, der Preis variiert allerdings je nach Aufführung.

In diesem Semester haben wir folgende Vorstellungen für Sie ausgewählt:

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Anmeldung möglich 90504 La Bohème - Oper von Giacomo Puccini (DOR)

(Wesel, am Sa., 2.5., 17.45 Uhr , Claudia Böckmann)

Das Künstlertum ist das 'Credo' von Dichter Rodolfo, Maler Marcello, Musiker Schaunard und Philosoph Colline - der schmale Grat zwischen der Realität des Überlebens und der Flucht in die selbstgeschaffene Welt der Bohème, in der Kunst nicht ausgeübt, sondern lediglich gelebt wird. Doch mit dem Auftritt einer jungen, todkranken Frau wird die Realität zur unbezwingbaren Macht...
Giacomo Puccini (1858 - 1924) gelang mit 'La Bohème' auf einzigartige Weise die Transformation von Emotionen in zutiefst berührende Klänge und Melodien und zugleich eine äußerst präzise Bestandsaufnahme einer fiktiven Subkultur. Liegt der Schwerpunkt der ersten beiden Bilder auf dem ausgelassenen Amüsement und der zarten Poesie des Sich-Verliebens, so bricht schließlich die Katastrophe mit umso größerer Wucht herein und zeigt, dass hinter dem Leben immer die Allgegenwart des Todes lauert.
Philipp Westerbarkei hat mit seinen ersten Regiearbeiten an der Deutschen Oper am Rhein sowie 2018 mit Mozarts 'Zauberflöte' am Theater Coburg gezeigt, dass er zu den interessantesten Regisseuren der jungen Generation zählt.

freie Plätze 90505 b.43 - Ballettaufführung in der DOR

(Wesel, am Fr., 19.6., 17.45 Uhr , Claudia Böckmann)

Dark With Excessive Bright (Uraufführung) Robert Binet
Nach dem großen Erfolg seines Balletts am Rhein-Uraufführung "New World" kehrt der junge Kanadier Robert Binet erneut nach Düsseldorf zurück. "Dark with Excessive Bright" ist der Titel seines neuen Stücks, hinter dem sich John Miltons legendäres Versepos "Paradise Lost" über den Sündenfall des Menschen verbirgt. Als musikalische Basis dienen Robert Binet drei Werke der 2019 für einen Grammy Award nominierten Amerikanerin Missy Mazzoli - Musik, die ihm "Bilder von Weltraum und Spiritualität, mystischer Freiheit und Vollkommenheit" suggeriert. "Vespers" - ein beim Einbruch der Nacht gesungenes Gebet - wird ihm zum - Anfang einer Reise, die uns aus unserem Sonnensystem in ferne Galaxien trägt. Die Materialisierung von Energien wie bei der Entstehung eines Sterns, der aber gleich wieder verglüht, definiert die Dynamik seines Balletts: zunächst strahlend, voller Kraft, dann leise verlöschend.

Notations I-IV Uwe Scholz
"Notations I-IV" sind eine Begegnung eines Solisten mit sich selbst, ein Gang an die Ausdrucks- und Belastungs-Grenzen der eigenen Physis, aber auch ein Ergründen, wie zeitgenössisch das klassisch-akademische Ballettvokabular sein kann. Der Tänzer wird in all den virtuosen Battements, akrobatischen Grands Jetés und schwindelerregenden Pirouetten-Folgen wie von einer unsichtbaren Macht unter Strom gesetzt. Nur selten kommt es zu einem Innehalten, einem Hineinhören in den eigenen Körper. Der russische Ausnahmekünstler Vladimir Malakhov, für den Uwe Scholz dieses 13-minütige Solo zu Pierre Boulez’ gleichnamigen vier Orchesterstücken 1996 kreierte, bekannte: "Wenn man "Notations‘ tanzen kann, dann kann man alles tanzen."
Mit "Notations I-IV" sowie "Siebte Sinfonie" widmet sich das Ballett am Rhein in Programm b.43 seit vielen Jahren erstmals wieder dem bedeutenden Choreographen Uwe Scholz. Aus John Crankos Stuttgarter Talentschmiede kommend, hatte dieser mit nur 26 Jahren die Direktion des Zürcher Balletts übernommen und von 1991 bis zu seinem frühen Tod im Jahre 2004 das Leipziger Ballett geleitet.

Ramifications Martin Schläpfer
Eine Erforschung des Körpers im Raum zwischen gegensätzlichen Polen ist Martin Schläpfers 2005 für die Ballerina Marlúcia do Amaral kreiertes Solo "Ramifications" - eine Bewegungsstudie, die in b.43 einen filigranen Gegenpart zu Uwe Scholz’ "Notations I-IV" bildet. Zu György Ligetis gleichnamigem Orchesterwerk lässt Martin Schläpfer die Tänzerin eine Architektur der Linien und Kurven erschaffen, kreiert Zwischenräume, imaginäre Räume. Ihr Körper wächst weit über seine eigentliche Größe hinaus - und wird dann wieder ganz klein. Alle Bewegung erscheint total gebändigt und offenbart zugleich ein Maximum an Energie, die jederzeit ausbrechen kann. Höchste technische Anforderungen transformieren sich für den Betrachter in eine paradoxe Leichtigkeit. Bekanntes erscheint als Fremdes und umgekehrt. Der Körper wirkt wie eine lebende Skulptur, aber nicht als Abbild von etwas Perfektem, Schönem, sondern wie eine Frage - der Ausdruck einer Sehnsucht nach anderen Zuständen.

Siebte Sinfonie Uwe Scholz
'Uwe Scholz zählte zu den bedeutendsten Weiterdenkern der Tradition des Sinfonischen Balletts wie sie von Künstlern wie Michail Fokine, Léonide Massine und George Balanchine in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begründet worden war: eine Übertragung der Klangwelten und Strukturen einer musikalischen Komposition in Tanz, welche Sehen und Hören neu verbindet. Für das Stuttgarter Ballett entstand 1991 seine "Siebte Sinfonie" - ein euphorisierendes Tanzfest von strahlender Schönheit zu Ludwig van Beethovens Sinfonie A-Dur. Richard Wagner bezeichnete diese Komposition als "Apotheose des Tanzes", verfolgt sie doch in radikaler Weise nur das eine Ziel: Bewegung und Rhythmus in allen erdenklichen Erscheinungsformen, vom Schreittanz bis zum Furioso, in Klang zu setzen. Mit dem Ballett am Rhein ist Uwe Scholz’ "Siebte Sinfonie" zum Beethoven-Jahr 2020 nun erstmals in Düsseldorf und Duisburg zu erleben.

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