Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Keine Anmeldung möglich 14009 Spinoza und der politische Populismus

(Wesel, am So., 17.2., 11.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

Spinoza erlebte als Kind von Immigranten in der Republik der Vereinten Niederlanden im 17. Jahrhundert die Ermordung des Ratspensionärs Johan de Witt durch eine wütende Menge in Den Haag. Spinozas Philosophie umfasst mit ihrer berühmten Theorie der Affekte eine Erklärung, wie Ressentiments entstehen und sich durch psychische Wirkmechanismen immer mehr verstärken, was der politischen Manipulation Tür und Tor öffnet. Lässt sich der politische Populismus unserer Tage im Ausgang von Spinoza interpretieren?

Keine Anmeldung möglich 14010 Kant und das Problem der Migration

(Wesel, am So., 17.3., 11.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

In der Aufklärung entstand die Vorstellung vom Menschen als eines 'Weltbürgers', der die Befürworter einer uneingeschränkt freien Migration in der heutigen Diskussion über Zuwanderung noch immer folgen. Kant, der dem Weltbürgertum als orientierende Idee viel abgewinnen konnte, hat bereits die Unmöglichkeit eines Weltstaats behauptet, indem er seine Unvereinbarkeit mit einem Repräsentativsystem aufwies. Weil es viele Staaten gibt, muss es, so Kant, auch Grenzen geben. Zugleich räumt Kant mit einem Irrtum auf, dem heutige Nationalisten vielfach aufgesessen sind, nämlich, dass nur geschlossene Grenzen sichere Grenzen wären. Kant tritt vielmehr für ein zeitlich begrenztes, universelles 'Besuchsrecht' in fremden Staaten ein, das es den Regierungen einerseits gebietet, die Staatsgrenzen zu öffnen, andererseits aber auch Staat und Gesellschaft zu schützen, indem eine Immigration, die das Besuchsrecht übersteigt, an strenge Bedingungen geknüpft wird.

Keine Anmeldung möglich 14011 Derrida und das Problem der Volkssouveränität

(Wesel, am So., 19.5., 11.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

Der nationalistische Populismus bemüht vielfach den Gedanken der Volkssouveränität, um ihre Warnungen vor vermeintlichen oder wirklichen Gefahren einer Zuwanderung und Immigration zu legitimieren. Die Grenzen zu schließen sei eben Volkes Wille. Der französische Philosoph Jacques Derrida hat demgegenüber aufgezeigt, dass der Begriff eines sich selbst das Gesetz gebenden Volkes nicht widerspruchfrei möglich ist. Vielmehr ist nach Derrida eine primäre Gewalt anzuerkennen, die den normativen Gesetzen unserer europäischen Verfassungen logisch bedingt und deswegen das Umschlagen der politischen Macht in Gewalt von vornherein in die Politik 'einbringt'. Vor diesem Hintergrund soll das Umschlagen von einem legitimen politischen Protest in illegitime Gewalt im Nationalismus interpretiert und diskutiert werden.

freie Plätze 14012 Philosophisch ins Wochenende

(Wesel, ab Fr., 1.2., 15.30 Uhr , Reinhold Sprinz)

Philosophie soll an diesen sechs Terminen ihrer eigentlichen und klassischen Bedeutung entsprechend zur Geltung kommen: Als sprachlich-denkerische, vorurteilsfreie Möglichkeit des Menschen, Fragen zum eigenen Leben und über dieses hinaus zu stellen, zur Zeitlichkeit und zur Zeitgeschichte, zu Religionen und zu Weltanschauungen und diese im Kreis der Teilnehmenden gleichberechtigt miteinander zu diskutieren.

Philosophie soll so nicht durch eine besondere Fachsprache oder erforderliches Vorwissen abschrecken. Gewissermaßen "nebenbei" werden Positionen der Philosophiegeschichte vorgestellt und erläutert, sie dienen als Anlass oder Illustration der Fragestellungen.

Der Dozent, Reinhold Sprinz, ist ein seit vielen Jahren in der Erwachsenenbildung tätiger, studierter Philosoph mit weiteren Qualifikationen in den Bereichen Literatur- und Religionswissenschaften.

freie Plätze 14013 Philosophisch ins Wochenende

(Wesel, ab Fr., 3.5., 15.00 Uhr , Dr. Temilo van Zantwijk)

"Im Menschen ist nicht nur Gedächtnis, sondern auch Erinnerung" (in hominibus non solum est memoria, sed reminiscentia). Dieser Satz aus den berühmten "Untersuchungen über die Seele" von Thomas von Aquin bestimmt das Gedächtnis als ein Vermögen unwillkürlicher Erfassung und Speicherung von Bildern der Sinneswahrnehmung im Unterschied zu unserer bewusst und willkürlich eingesetzten Erinnerung.

Heute ist die Erforschung von Gedächtnis und Erinnerung von der Philosophie in die Psychologie und Neurowissenschaften 'umgezogen' und wird dort verhandelt. Aber die philosophischen Kategorien aus Antike und Mittelalter spielen dabei noch immer eine Rolle und wirken noch heute modern. Dem Gedächtnis, fand schon Thomas von Aquin im Einklang mit der modernen Forschung, kommt im 'Haushalt' der geistigen Leistungen des Menschen eine doppelte Aufgabe zu: Zum einen Bilder von sinnlich erfahrbaren Gegenständen zu erfassen und zum andern, diese zu speichern. Die Erinnerung wiederum ist die Fähigkeit, bewusst und selektiv auf solche gespeicherte Phantasmata zuzugreifen.

In der Veranstaltung sollen einige philosophische Textfragmente zu Gedächtnis und Erinnerung mit einigen Positionen der modernen Forschung verglichen werden. Auf dieser Grundlage lässt sich eine Reihe von Fragen und Problemen diskutieren, die seit eh und je, aber besonders auch wieder heute von Interesse sind, wie zum Beispiel:
- Gibt es angesichts der Vielheit von Gedächtnisbildern 'authentische' Erinnerungen oder ist alle Erinnerung Konstruktion?
- Gibt es eine in der Zeit fortbestehende Einheit des Geistes und der Person?
- Hat jedes Individuum sein eigenes Gedächtnis oder gibt es auch ein kollektives Gedächtnis, womöglich sogar Gedächtnisbilder, die für alle Menschen gleich sind?
- Gibt es auch kollektive Erinnerungen, eine gemeinsame Geschichte von Gemeinschaften und Völkern? Oder sind nur persönliche Lebenserinnerungen in einem bestimmten Sinn 'echt' und ist die Rede von gemeinsamen Erinnerungen nur Konstruktion oder schlimmstenfalls Ideologie?

Weitere Fragen sind ausdrücklich erwünscht! Diese Veranstaltung richtet sich eben nicht an Fachphilosophen und Wissenschaftler. Alle, die sich für diesesThema an der Grenze zwischen Philosophie und Psychologie interessieren, sind herzlich eingeladen.

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